Gruppen
Zur Zeit werden im Kinderhaus 85 Kinder in sechs Gruppen betreut. Zu jeder Gruppe gehören drei ErzieherInnen mit insgesamt 75 - 80 Wochenstunden. Eine durchschnittliche Betreuung durch zwei Erzieherinnen gewährleistet, kann aber in besonderen Krankheits- oder Urlaubssituationen nicht immer gewährleistet werden.
Um in Kinderhaus betreut werden zu können, muss ein Kind mindestens ein Jahr alt sein. Jedes Jahr werden fünf bis sieben Kinder im Alter von 1 bis 13/4 Jahren in die Kleinkindgruppe aufgenommen. Zu ihr gehören derzeit 10-11 Kinder Der größere Teil von ihnen (zumeist die älteren) wechseln nach einem Jahr in eine der fünf altergemischten Gruppen (2 - 6 jährige), die anderen verbleiben ein weiteres Jahr in der Kleinkindgruppe. Die Entscheidung darüber, wer wann wohin wechselt, wird in Abstimmung mit den Eltern getroffen, wobei pädagogische Gesichtspunkte leitend sind.
Die anderen fünf Gruppen des Kinderhauses bestehen in der Regel aus 14 bis 16 Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren. Neben den Kindern, die aus der Kleinkindgruppe nachrücken, nehmen die fünf Gruppen jedes Jahr 12-15 weitere Kinder auf, meist im Alter von 13/4 bis knapp 3 Jahren, so dass die Altersmischung nach der Einschulung der älteren Kinder gewahrt bleibt. Die meisten Kinder der altersgemischten Gruppe durchlaufen damit in vier Jahren alle Altersstufen und erleben die damit verbundenen unterschiedlichen sozialen Aufgaben und Herausforderungen. Viele der uns von betreuten Kinder sind Einzelkinder oder kommen aus Kleinfamilien. Sie machen in der altersgemischten Kindergruppe die Erfahrung großfamilienähnlicher Strukturen und profitieren dabei von der besonderen Zuwendung, der individuellen Förderung und einem großem Handlungsspielraum.
Die altersgemischte Gruppe ist eine differenzierte soziale Gemeinschaft, in der Rollen probiert, Aufgaben gegeben und gemeinsame Regeln gefunden werden. Die Jüngeren lernen von den Älteren, die Älteren von den Jüngeren, indem sie sich umeinander kümmern, sich helfen und Rücksichtnahme entwickeln. Die Konkurrenz spielt hier eine geringere Rolle als in einer Gruppe von Gleichaltrigen. Im Hinblick auf bestimmte Bildungsziele ist es gelegentlich sinnvoll, die Gruppe zu teilen oder Gleichaltrige aus verschiedenen Gruppen zu gemeinsamen Projekten zusammen. Für das Kind aber bleibt die „eigene“ Gruppe der verlässliche Bezugsrahmen, in dem es Schutz, Geborgenheit und Orientierung findet.
Die Altersmischung verlangt von den ErzieherInnen ein flexibles und situationsorientiertes Handeln. Sie ist lebensnah, abwechslungsreich und fordert immer wieder neue Ideen heraus.