Lage

Vom Weltall aus findet ihr uns, wenn ihr Kurs auf den blauen Planet haltet und die größte Landmasse ansteuert. Sucht unter den Tatzen des Bären die Stadt des Bären - Bärlin. Steuert nun auf die Mitte der Stadt zu, wo sich zwischen Spree und Landwehrkanal an den Strängen der Hochbahn U1 das Kottbusser Tor befindet. Und folgt der Adalbertstraße nach Norden.

Stadtplanausschnitt

Busreisende nehmen den 140er bis zur Waldemarstraße. Wo einmal der Park des Krankenhauses Bethanien war, befindet sich nun ein großer Spielplatz. Und was einmal der Alterssitz für 23 Bethanien-schwestern war, das "Feyerabendhaus", ist nun das frisch sanierte Kinderhaus.


Mitten in Kreuzberg.

Mitten im Grünen.

Unser Umfeld könnte bunter und widersprüchlicher nicht sein. Einerseits eine Idylle, mit eigenem Garten, umgeben von Spielplätzen und Grünflächen und einem Kinderbauernhof in Fußnähe. Andererseits ein sozialer „Brennpunkt“. Mit kaputten Fensterscheiben und ausgebrannten Müllcontainern nach der  mal wieder gescheiterten 1.Mai-Revolution der Autonomen. Mit Junkies und Alkis am Kotti. Mit verschmierten Häuserwänden, vermüllten Plätzen und Spuren von Frust und Zerstörung.

Doch hat der Alltag im Mariannenkiez mit dem schrillen Bildern der Medien und dem Alarm der Sarrazin-Sympathisanten wenig zu tun. Die Wirklichkeit ist viel gemischter als die Schlagzeilen behaupten. Weder ziehen deutsche Familien in Scharen von hier fort noch werden arme (türkische) Familien massenweise aus dem Kiez gedrängt. Wer wo hinzieht und wer wem nachrückt, ist noch längst nicht entschieden. Kreuzberg boomt und ist nicht dabei, sich abzuschaffen.  SO 36, hundert Mal angezählt, ist immer wieder aufgestanden,  meist stärker als vorher. Nicht dass es keine bedenklichen Entwicklungen gäbe. Davon gibt es viele, aber auch viele, die sich dagegen wehren. Die Anwohner und Einrichtungen im Umfeld des Mariannenplatzes arbeiten seit Jahren in vielen kleinen Schritten daran, dass die soziale Situation sich verbessert, das Stadtbild sich verschönert und die Integration der verschiedenen Bevöllkerungsgruppen vorangebracht wird. Ein Beispiel für diese tägliche Kleinarbeit ist die Arbeit des Stadtteilmanagements KOKO und der "Mariannenplatzrunde".  KOKO

Kreuzberg ist Kreuzungspunkt vieler Kulturen. Kreuzstanbul. Alternatives Sammelbecken im Schatten der Mauer. Aber auch Ost und West haben in dem neuen Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg zusammengefunden. Wer hier lebt und arbeitet, muss auf Integration setzen. Gelungenes Beispiel hierfür ist der Karneval der Kulturen. Die Kreuzberger Mischung ist sehr speziell und sie muss nicht explosiv sein. 

Im Kinderhaus hat sich im Laufe der Jahre eine eigene Mischung gefunden. Ein Großteil unserer Kinder wohnt in unmittelbarer Nachbarschaft in Kreuzberg, ein geringerer Teil reist aus Nachbarbezirken an. Die allermeisten von ihnen haben Vorfahren, die aus anderen Gegenden der Welt nach Berlin gekommen sind . Die türkischstämmigen Kinder sind - gemessen an unserem Umfeld - ein wenig unterrepräsentiert. Wir würden gern mehr von ihnen aufnehmen.

Das Kinderhaus ist ein Spiegel seiner Umgebung, zugleich aber auch eine kleine Oase inmitten einer nicht immer wohnlichen Beton- und Steinwüste. Ein Ort, an dem sich Kinder sicher und geborgen fühlen, Ruhe finden, die sie für ihre Entwicklung brauchen, Platz haben, um sich auszutoben: ein idealer Ausgangspunkt für die Erkundung der Welt.


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